Druckschrift 
11 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 3 (1901) Unveröffentlichtes aus der Zeit des Menschlichen, Allzumenschlichen und der Morgenröthe : (1875/76 - 1880/81.)
Entstehung
Seite
261
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schiedene Eigenschaften; sie zusammen gelten lassenist ein Schritt der Redlichkeit, das heisst es dem, welchenwir jetzt hassen, nachtragen, dass wir ihn einst liebtenund sein früheres Bild in uns mit dem jetzigen vergleichen,das jetzige mildern, ausgleichen. Dies gebeut die Klug-heit: denn ohne dies würden wir, als Hassende, zu weitgehen und uns in Gefahr bringen. Basis der Gerechtig-keit: wir gestehen den Bildern desselben Dinges inuns ein Recht zu!

246.

Das Problem der Wahrhaftigkeit hat noch niemanderfasst. Das, was gegen die Lüge gesagt wird, sindNaivitäten eines Schulmeisters, und zumal das Gebot:du sollst nicht lügen!

247.

Wir sind geneigter, von den Dingen das zu glauben,was uns angenehm ist. Die Thiere, welche dazu wenigerstreng geneigt sind, die vorsichtigen, erhalten sich besser.Die Furchtsamkeit ein erster Schritt der Redlichkeit.

248.

Die Redlichkeit gegen uns selber ist älter als dieRedlichkeit gegen andere. Das Thier merkt, dass esoft getäuscht wird, ebenso muss es sich oft verstellen.Dies leitet es, zu unterscheiden zwischen Irren und Wahr-sehen, zwischen Verstellung und Wirklichkeit. Die ab-sichtliche Verstellung ruht auf dem ersten Sinne derRedlichkeit gegen sich.

249.

Ich meine nicht, dass die Redlichkeit gegen sichetwas so absolut Hohes und Reines sei: aber mir ist