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11 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 3 (1901) Unveröffentlichtes aus der Zeit des Menschlichen, Allzumenschlichen und der Morgenröthe : (1875/76 - 1880/81.)
Entstehung
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260
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243 -

Damit einer aufrichtig sich der Gerechtigkeit imGrossen, gegen Menschen und Dinge, hingiebt, muss inihm ein prototypischer Vorgang da sein: er muss zweiGewalten oder mehrere im Kampfe fühlen, den Unter-gang keiner, ebenso wenig wie den Fortgang desKampfes wünschen. So erfährt er in sich die Nöthigungzu einem Vertrag, mit Rechten der verschiedenen Ge-walten gegen einander: und auch eine durch Gewöhnungan die Achtung dieser Rechte begründete Lust an demGerechtsein. Sein inneres Erlebniss strahlt nach aussen.Vielleicht dass einer auch von aussen her nach innen zusolchem gerechten Sinn kommt. Schonung ist die Praxisder Gerechtigkeit: vieles sehen, aber nicht bemerkenwollen, vieles ertragen, aber, um des allgemeinen Friedenswillen, freudig dazu sehen es kann ein Stoicismuswerden, der wie ein Epicureismus aussieht.

244.

Ich bin peinlich gerecht, weil es die Distanz auf-recht erhält.

245 -

Die Triebe haben wir alle mit den Thieren gemein: dasWachsthum der Redlichkeit macht uns unabhängiger vonder Inspiration dieser Triebe. Diese Redlichkeit selber istdas Ergebniss der intellectuellen Arbeit, namentlich wennzwei entgegengesetzte Triebe den Intellect in Bewegungsetzen. Das Gedächtniss führt uns in Bezug auf ein Dingoder eine Person bei einem neuen Affect die Vorstellungenzu, die das Ding oder die Person früher, bei einemanderen Affect, in uns erregte: und da zeigen sich ver-