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Verhalten der Thiere steht im Verhältnis zum Gradeihrer Sinnlichkeit. — Unter Menschen auch? Die Reli-gionen, welche Mitleid und Liebe am höchsten geachtethaben, sind unter sehr sinnlichen Völkern entstanden, wassich schon dadurch beweist, dass sie in Bezug auf Sinnlich-keit das ascetische Ideal aufstellten: ein Beweis, dass siesich in dieser Hinsicht maasslos und ungebändigt fühlten(Inder und Juden).
169.
Thiere gleicher Art schonen sich vielfach gegen-seitig, nicht aus einem wunderbaren Instincte des Mit-gefühls, sondern weil sie bei einander gleiche Kraft vor-aussetzen und sich als unsichere Beute betrachten; sieversuchen es, von Thieren anderer Art zu leben undsich ihrer zu enthalten. Daraus bildet sich die Ge-wöhnung, von einander abzusehen, und endlich Annähe-rung und dergleichen. Schon die Absicht, Weibchenoder Männchen an sich zu locken, kann die Thiere be-stimmen, in Hinsicht auf ihre Art nicht schrecklich zuerscheinen, sondern harmlos. In ritterlichen Zeitalternwird der Mann um so. artiger, und huldvoller gegen alleFrauen, je stolzer und furchtbarer er gegen alle Männererscheint; nur so lockt er das Weibchen.
170.
Zu verstehen, wie es einem Anderen (oder einemThiere) zu Muthe ist, ist etwas anderes als mit empfin-den: das Wissen des Arztes zum Beispiel und das derMutter des kranken Kindes. Aber die Voraussetzung?