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wöhnt, leicht, erleichternd, Grund seiner Freuden undLeiden. So der Stallknecht für sein Pferd, der Gelehrtefür sein Thema, der Vater für sein Kind, der Kaufmannfür sein Geld. Wir vergessen motivirende Gedanken undleben nach dem eingeübten Gefühle des Angenehmen,Gewöhnten — das soll moralisch sein! Gewiss ist es füralle angenehm, Herren und Diener, und somit wird essehr gelobt, folglich viel Phantasterei der Gedankendarum gelegt, damit es als etwas Hohes erscheine!
163.
Wenn ich sage: „diesen Menschen mag ich, mit ihmsympathisire ich“, so soll das nach Schopenhauer moralischsein! Und wieder die Antipathie das Unmoralische! —Als ob nicht aus demselben Grunde einer für diesensympathisch, für den Anderen antipathisch empfände! Sowäre der Moralische nothwendigerweise unmoralisch! —Vielmehr hat man Sympathie- und Antipathie-haben niein’s Moralische gerechnet, es ist eine Art Geschmack,— und Schopenhauer will, dass wir den Geschmack füralles, was lebt, hätten? Das müsste ein sehr grober undroher, gefrässiger Geschmack sein, der mit allem zu-frieden ist!
164.
Der metaphysische Pessimist, der das Vergnügen unddie Sicherheit flieht und dem Unglück und Leiden denhöchsten Werth beimisst — nämlich über den Unwerthdes Lebens aufzuklären —, wie dürfte er Mitleiden haben,wenn ein Anderer leidet? Er dürfte sich darüber nurfreuen, wie er gleichfalls das Mitleiden zurückzuweisenhätte, wenn er in Noth wäre. Anderseits würde er, wenn