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Es giebt so viel Arten angenehmer Empfindung,dass ich verzweifle, das höchste Gut zu bestimmen.Neulich schien es mir das Schweben und Fliegen.
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Zu wissen, „das ist gesund, das erhält am Leben,das schädigt die Nachkommen“ — ist durchaus nochkein Regulativ der Moral! Warum leben? Warumdurchaus froh leben? Warum Nachkommen? — Gesetzt,es wäre dies alles angenehmer als das Gegentheil, sterben,krank sein, ohne Nachkommen isolirt sein: so wäre viel-leicht irgend etwas angenehmer als diese Annehmlich-keiten, zum Beispiel das Gefühl seiner Ehre oder eineErkenntniss oder eine Wollust, deretwegen wir dasSterben oder die Krankheit oder die Einsamkeit wählenmüssten. Warum die Gattung erhalten? Man verweistuns an die Triebe: aber es giebt weder einen Triebder Selbsterhaltung, noch einen Trieb der Gat-tungs-Erhaltung. Das Nichtsein könnte uns werth-voller scheinen als das Sein: dann hat die physiologischeEthik nichts zu sagen. Oder wir uns selber als derStaat, die Gesellschaft, die Menschheit. Was bestimmtdenn das Wertherscheinen? Ein Trieb. Die Moral kannnur befehlen — das heisst durch Furchterregung sichdurchsetzen (also mit Hülfe eines Triebes), oder sie kannmit Hülfe eines andern Triebes sich legitimiren — siesetzt immer schon ihre unmittelbare Bewiesenheit undüberzeugende Kraft voraus, sie kommt, wenn derTrieb und die Werthschätzung bestimmter Art schonda ist. Dies gilt von allen Ethiken. Auch ein Trieb,