malismus gemacht: und zu Verehrern der Jungfrau Mariaund des Christus. Schopenhauer idealisirte das Mitleidenund die Keuschheit, weil er am meisten von dem Gegen-theil litt. „Der unabhängige Mensch“ ist das Ideal desabhängigsten, impressionabelsten. — Dies sind die un-erfüllbaren Ideale, wirklich falsche Phantasmen: ihrAnblick entzückt und demüthigt: dieser Zwitter-zustand ist bezeichnend für die Menschen des unerfülltenIdeals. Es ist ihr Höhepunkt: sie ruhen dann überihrem Wesen, mit einem verächtlichen Blick nach unten.
c) Kritik allgemeingültiger Ideale.
151-
Sittlich leben und sich’s dabei sauer werden lassenmag gut sein, aber wenn daraus immer, wie es scheint,die Forderung entsteht, dass das Leben durchaus einenethischen letzten Sinn haben müsse, so müsste man essich verbitten; denn es wäre dann die Quelle der grösstenUnverschämtheit.
152.
Vertrauen wir den Trieben, sie werden schon wiederIdeale schaffen! wie es die Liebe immerfort thut. Unddann: von Zeit zu Zeit durch Stolz einen Trieb unter-drücken — sofort bekommen alle anderen eine neueFärbung. Das Spiel kann lange fortgesetzt werden, wieSonnenschein und Nacht.
153-
Das Glück wird aut entgegengesetzten Wegen er-reicht, daher lässt sich keine Ethik bestimmen (gegenSpencer).