Druckschrift 
11 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 3 (1901) Unveröffentlichtes aus der Zeit des Menschlichen, Allzumenschlichen und der Morgenröthe : (1875/76 - 1880/81.)
Entstehung
Seite
217
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Diese Bilder nämlich wirken als Reize, entzünden einenTrieb und verführen den Intellect, ihm zu dienen.Nun ist unser Intellect schon in einer bestimmten Höhe,ebenso unser Geschmack: also werden wir sehr vieleBilder abweisen, sie ekeln uns an: in einem gegebenenAugenblicke unserer Kräfte können wir nicht andersals diese Bilder nachahmen. Dieser psychologischeZwang erscheint uns oft alsPflicht: das Gefühl derunbedingten Noth Wendigkeit, der Ausdruck der Causalität.Das innereMüssen. Zum Beispiel in Hinsicht auf dasEinmaleins, die Mechanik empfinden wir als DenkerPflicht, ebenso bei A = A: Menschen eines schlechtenIntellects fühlen hier den Zwang nicht. Natürlich ist diessubjective Gefühl des Zwanges eben nur subjectiv. VielePersonen haben in nichts ein solch strenges Gefühl.Aber der Ekel, der uns befällt, beim Anblick von Maden,ist ein Zwang: einen solchen Zwang verschönern wiruns mit dem Worte Pflicht, wo wir genau wissen, dassgegenstrebende Zwange da sind.

b) Kritik unerfüllbarer Ideale.

147.

Wir müssen es dahin bringen, das Unmögliche, Un-natürliche, Gänzlich - Phantastische in dem Ideale Gottes,Christi und der christlichen Heiligen mit intellectuellemEkel zu empfinden. Das Muster soll kein Phantasmasein!

148.

Man muss die Nothstände der Menschheit studiren,aber ihre Meinungen, wie dieselben zu lösen sind, nochmit hineinrechnen!