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144.
Entweder man gehorcht als Sclave und Schwacher,oder man befiehlt mit: letzteres der Ausweg aller stolzenNaturen, welche jede Pflicht sich auslegen als Gesetz,das sie sich und den Anderen auferlegen: ob esgleich von aussen her ihnen auferlegt wird. Dies ist diegrosse Vornehmthuerei in der Moralität, — „ich soll, wasich will“ ist die Formel.
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Wer seinem höheren Selbst nicht an gehört hat,sondern der Gesellschaft dient oder einem Amte oderseiner Familie, der spricht immer von „Pflichterfüllung“— damit sucht er sich zu beschwichtigen. Namentlichaber fordert er von anderen den Gehorsam gegen diebestehende Ordnung: er rechtfertigt sich, indem er Ge-walt vermöge seiner Handlungsart ausübt.
146.
„ Arrangire dich so, dass du das grösstmöglicheGlück von deinen Eigenschaften hast“ — das ist albern!Denn ohne allen Befehl: genau dies erreicht ein jeder,er mag leben, wie er will — nämlich muss! Dass erVorschriften und Kenntnisse des Nützlichen erlangt, er-werben will, verlernt, abweist, das alles ist ein noth-wendiges Wirken seiner Natur. Die Moral kann nichtsthun als Bilder des Menschen aufzustellen wiedie Kunst: vielleicht dass sie auf diesen undjenen wirken. Sie kann sie, streng genommen, nichtbeweisen. „Höher“ und „tiefer“ — das sind schon Illu-sionen unter dem Eindruck eines moralischen Musters.