Druckschrift 
11 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 3 (1901) Unveröffentlichtes aus der Zeit des Menschlichen, Allzumenschlichen und der Morgenröthe : (1875/76 - 1880/81.)
Entstehung
Seite
204
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Vereiterung, Gährung und Ausscheidungekelhaft und abstossend die Empfindungen habendurch eine Symbolik auch Menschen und Handlungen er-regt. So entstand der Begriffniedrig, das heisst ekel-haft moralischer Grundstock!

Dann wird das Leichte verachtet wiederum einAnlass, höher und niedriger zu unterscheiden! DasStarke und das Schwache sodann das Plötzliche unddas Alltägliche u. s. w. Das Thierische u. s. w. Beiallen diesen Unterscheidungen der Empfindung in Bezugauf Handlungen ist die wirkliche Relevanz auf Erhaltungdes Lebens, die strenge Causalität ganz ausser Acht ge-blieben: also die wirkliche Bedeutung einer Hand-lung! Sondern nach nebensächlichen Gesichtspunkten(angenehm in verschiedenen Arten)

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Da seit uralters moralische Urtheile gefällt wordensind (als Irrthümer über Handlungen), so haben sichdaraus jedenfalls moralische Empfindungen, Nei-gungen, Abneigungen gebildet. Also diese sindwirklich. Aber wie verhalten sie sich zu derWirklichkeit der Handlungen, über welche diemoralischen Urtheile irrthümlich gefällt werden? DieHandlungen, über welche bei den Menschen zuerst mora-lische Urtheile gebildet wurden, sind die, welche sichalle bei den Thieren finden: deren Motive somit nichterst zu schaffen waren. Man wähnte, diese Handlungenzu verstehen, moralische Urtheile sindErklärungen der-