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11 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 3 (1901) Unveröffentlichtes aus der Zeit des Menschlichen, Allzumenschlichen und der Morgenröthe : (1875/76 - 1880/81.)
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Es giebt genug Menschen, welche ohne Moral leben,weil sie dieselbe nicht mehr nöthig haben (wie solche,die ohne Arzt, Medicin, peinliche Proceduren leben, weilsie gesund sind und entsprechende Gewohnheiten haben).

Moralisch bewusst leben setzt Fehlerhaftigkeitvoraus und deren Druck und Folgen, das heisst wirhaben unsere Existenzbedingungen noch nicht gefundenund suchen sie noch.

Für das Individuum, so weit es kein Denker ist,hat Moral ein begrenztes Interesse: so lange es ihmnicht wohl, nicht regelmässig zu Muthe ist, denkt ernach über die Ursachen und sucht moralische, da andereihm als Schlechtgelehrten unbekannt sind. Die Fehlerseiner Constitution, seines Charakters in die Moralitätschieben, an seiner Krankheit schuld sein wollenist moralisch!

105.

Da die moralischen Urtheile und Gefühle sehr vielElend gebracht haben, namentlich die Gewissensbisse, soist zu fragen: ist dies durch ein grösseres Gut aufgewogen?Die Menschheit existirt durch sie. Zweifelhaft: die thie-rischen Gattungen existiren ohne sie. Viele Stämme habengegen ihre Nachbarn wegen der moralischen Unterschiedesolche Vernichtungswuth.

106.

Hat die Moral den Menschen wirklich mehr Glückoder Unglück gegeben? Und selbst, wenn man anStelle von Glückmehr Schmerzlosigkeit und geringereSchmerzen setzt, kann man noch zweifelhaft bleiben;sie ist das Erzeugniss jener Zeiten, wo dem Anderen mit