Druckschrift 
11 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 3 (1901) Unveröffentlichtes aus der Zeit des Menschlichen, Allzumenschlichen und der Morgenröthe : (1875/76 - 1880/81.)
Entstehung
Seite
180
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68 .

Für einen einzigen Menschen wäre die Realität derWelt ohne Wahrscheinlichkeit. Aber für zwei Menschenwird sie wahrscheinlich. Der andere Mensch ist nämlicheine Einbildung von uns, ganz unserWille, ganz unsereVorstellung: und wir sind wieder dasselbe in ihm.Aber weil wir wissen, dass er sich über uns täuschenmuss und dass wir eine Realität sind trotz dem Phantome,das er von uns im Kopfe trägt, schliessen wir, dass aucher eine Realität ist trotz unserer Einbildung über ihn:kurz, dass es Realitäten ausser uns giebt.

69.

Wir reden, als ob es seiende Dinge gebe, undunsere Wissenschaft redet nur von solchen Dingen.Aber ein seiendes Ding giebt es nur nach der mensch-lichen Optik: von ihr können wir nicht los. Etwas.Werdendes, eine Bewegung an sich, ist uns vollends un-begreiflich. Wir bewegen nur seiende Dingedaraus besteht unser Weltbild auf dem Spiegel. Denkenwir uns die Dinge fort, so auch die Bewegung. Einebewegte Kraft ist Unsinn für uns.

70.

Der Raum von drei Dimensionen gehört in die Vor-stellung, ebenso wie die Bewegung; die dritte Dimensionvollendet sich nur in der Zeit. Wir verbinden Flächenzu einer Einheit, die uns nach einander Sichtbarwerden.Wir selber als erkennende Wesen sind eine immer neuerotirende Kraft und bringen so ein Nacheinander her-vor, auch bei festen Objecten.