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11 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 3 (1901) Unveröffentlichtes aus der Zeit des Menschlichen, Allzumenschlichen und der Morgenröthe : (1875/76 - 1880/81.)
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Tastorgane Vorkommen, entsteht eine Sphäre. Denktman sich diese Beschränktheit weg, so ist Erkenntnissauch weggedacht ein Auffassen vonabsoluten Rela-tionen ist Unsinn. Der Irrthum also ist die Basis derErkenntniss, der Schein. Nur durch die Vergleichungvieler Scheine entsteht Wahrscheinlichkeit, also Gradedes Scheins. Ebenso ist die Sprache eine angeblicheund geglaubte Basis von Wahrheiten: der Mensch unddas Thier bauen zunächst eine neue Welt von Irr-thümern auf und verfeinern diese Irrthümer immer mehr,so dass zahllose Widersprüche entdeckt werden und da-durch die Menge der möglichen Irrthümer verringertwird, oder der Irrthum weiter getrieben wird.Wahrheitgiebt es eigentlich nur in den Dingen, die der Menscherfindet, zum Beispiel Zahl. Er legt etwas hinein undfindet es nachher wieder das ist die Art mensch-licher Wahrheit. Sodann sind die meisten AVahrheitenthatsächlich nur negative Wahrheiten:dies und das istjenes nicht (obschon meist positiv ausgedrückt). Letzteresist die Quelle alles Fortschritts der Erkenntniss. DieWelt ist also für uns die Summe der Relationen zu einerbeschränkten Sphäre irriger Grundannahmen. Die Gesetzeder Optik sind sämmtlich Irrthümer, ebenso die des Ohrs.Gesetzt, es giebt zahllose empfindende Punkte in demDasein: jeder hat eine Sphäre, wie weit und wie starker Relationen wahrnimmt, das heisst eine Sphäre derBeschränktheit und des Irrthums. Ebenso hat jede Kraftihre Sphäre, sie wirkt so weit und so stark und nur aufdas und jenes, auf anderes nicht, eine Sphäre der Be-schränktheit. Ein eigentliches Wissen um alle diese Sphärenund Beschränktheiten ist ein unsinniger Gedanke, weilhier ein Empfinden ohne einwie weit,wie stark,aufdies und jenes gedacht werden soll: und ebenso eine