II.
Erkenntnisstheorie und Metaphysik.
i. Erkenntnisstheorie.
a) Allgemeines.
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Erkenntnisstheorie ist die Liebhaberei jener scharf-sinnigen Köpfe, die nicht genug gelernt haben undwelche vermeinen, hier wenigstens könne ein jeder vonvorne anfangen, hier genüge die „Selbstbeobachtung“.
64.
Unser Erkennen und Empfinden ist wie ein Punkt imSysteme: wie ein Auge, dessen Sehkraft und Sehfeldlangsam wächst und mehr umfasst. Damit ändert sichnichts in der wirklichen Welt, aber diese beständigeThätigkeit des Auges versetzt alles in eine beständige,wachsende, herzuströmende Thätigkeit.
Wir sehen unsere Gesetze in die Welt hinein undwiederum können wir diese Gesetze nicht anders fassenals als die Folge dieser Welt auf uns. Der Ausgangs-punkt ist die Täuschung des Spiegels, wir sindlebendige Spiegelbilder.
Was ist also Erkenntniss? Ihre Voraussetzung isteine irrthümliche Beschränkung, als ob es eine Maass-einheit der Empfindung gebe'; überall wo Spiegel und
Nietzsche, Werke II. Abtheilung Band XI. j 2