174
ein Bedürfniss, ohne dessen Befriedigung das Lebenöde und unausstehlich wird.
52 .
Ach, es ist unmöglich, mit der Sprache der Wahr-heit zu wirken: Rhetorik ist nöthig; das heisst die Ge-wohnheit, nur bei gewissen Worten und Motiven bewegtzu werden, regiert und verlangt die Verkleidung derAVahrheit.
53 -
Es ist eine Feinheit, seine Beispiele der Geschichteund der Wissenschaft gemäss der allgemeinen Unkennt-niss und Mangelhaftigkeit am Wissen zu wählen — sonstbeweist man nichts und erweckt Hass, weil man beschämt.Man muss niedersteigen zu den Armen an Geist, nichtin den Gedanken und Zielen, aber im Material; mit lauterungeheuer bekannten Dingen argumentiren. Es ist über-dies Stolz, denn die grossen Wahrheiten sollen nicht mitThatsachen aus dem AVinkel und der gelehrten Grübeleibewiesen werden.
54 -
Vor jedem Einzelnen sind wir voll hundert Rück-sichten: aber wenn man schreibt, so verstehe ich nicht,warum man da nicht bis an den äussersten Rand seinerEhrlichkeit vortritt. Das ist ja die Erholung!
55 -
Nicht um eines Zieles willen leben wir der Erkennt-nis, sondern der erstaunlichen und häufigen Annehm-lichkeiten im Suchen und Finden derselben.