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3- Einzelbemerkungen.
48.
Die Müdigkeit bringt für den Denker einen Vortheilmit sich: sie lässt auch jene Gedanken hervorlaufen, diewir uns sonst, bei mehr Haltung und folglich mehr Ver-stellung, nicht eingestehen würden. Wir werden lässig,uns selber etwas vorzumachen, und siehe! da kommt dieWahrheit über uns.
49.
Es giebt Menschen, welche ihre nicht eben land-läufigen Gedanken nicht anders mitzutheilen wissen, alsindem sie dabei an aller Welt ihren Ärger auslassen.Das heisst doch seine Meinungen etwas zu theuer aufden Markt bringen. Giebt es aber oft solche Käuze,so entsteht ein Vorurtheil gegen alle nicht landläufigenMeinungen, wie als ob Zank, Verdruss, Verleumdung,Verbitterung, Niedertracht ihre nothwendigen Begleitersein müssten.
50 .
Wir Fliegen von einem Tage wollen nicht allzugefährlich und ängstlich mit unseren Gedanken thun; mankann ja mit ihnen nicht mehr die Seele eines Anderenin ewige Gefahr bringen, — was das Mittelalter glaubte.Das Princip der Gedanken- und Pressfreiheit ruht aufdem Unglauben an die Unsterblichkeit.
5i-
Es giebt Vorstellungen, welche die Aufgabe desWeins haben: sie erheben, vergnügen, ermuthigen; aberviel genossen erzeugen sie den Rausch und oft genossen