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56.
Unsere Liebe zur Wahrheit zeigen wir am deutlichstenin der Behandlung der „Wahrheiten“, welche anderedafür halten: da verräth sich, ob wir wirklich die Wahr-heit oder nur uns selber lieben.
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Der neue Gedanke entzückt mich, ich verlerne immermehr zu empfinden, dass er von mir oder einem Anderenist. Wie albern, -hierin eifersüchtig zu sein! Und doch,welche furchtbare Geschichte für die Verdunkelung desWahren hat diese Eifersucht!
58 .
Die vollkommene Erkenntniss würde uns muthmaass-lich kalt und leuchtend wie ein Gestirn um die Dingekreisen lassen — eine kurze Weile noch! Und dannwäre unser Ende da, als das Ende erkenntnissdurstigerWesen, welche am Ziehen von immer feineren Fäden vonInteressen ein Spinnen-Dasein und Spinnen - Glück ge-messen — und die zuletzt vielleicht freiwillig den dünnstenund zartesten Faden selber abschneiden, weil aus ihmkein noch feinerer sich ziehen lassen will.
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Der Intellect der jetzigen Menschen reichte wohlaus, um aus einem Chaos ein geordnetes Sonnensystemherzustellen: aber es fehlt ihm vielleicht die dazu nöthigeZeit und vor allem das Chaos. Sicherlich wäre die Weltunendlich weiter, wenn der menschliche Intellect an Stelledes Zufalls hätte schalten und walten dürfen, auch hätteer Milliarden von Jahren gespart.