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Der Trieb der Erkenntniss ist noch jung- und rohund folglich, gegen die älteren und reicher entwickeltenTriebe gehalten, hässlich und beleidigend: alle sind eseinmal gewesen! Aber ich will ihn als Passion behandelnund als etwas, womit die einzelne Seele bei Seite gehenkann, um hülfreich und versöhnlich auf die Welt zurück-zublicken: einstweilen thut Welt-Entsagung wieder noth,aber keine ascetische!
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Ja, wir gehen an dieser Leidenschaft zu Grunde!Aber es ist kein Argument gegen sie. Sonst wäre jader Tod ein Argument gegen das Leben des Individuums.Wir müssen zu Grunde gehen, als Mensch wie alsMenschheit! Das Christenthum zeigte die eine Art,durch Aussterben und Verzicht auf alle rohen Triebe.Wir kommen durch Verzicht auf das Handeln, dasHassen, das Lieben ebendahin, auf dem Wege der Leiden-schaft der Erkenntniss. Friedliche Zuschauer — bisnichts mehr zu sehen ist! Verachtet uns deshalb, ihrHandelnden! Wir werden eure Verachtung anschauen —:los von uns, von der Menschheit, von der Dingheit,vom Werden —
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Plato hat den Erkenntnisstrieb als idealisirten aphro-disischen Trieb geschildert: immer dem Schönen nach!Das höchste Schöne offenbart sich dem Denker! Diesist doch ein psychologisches Factum: er muss beim An-blick und Denken seiner Allgemeinheiten einen sinnlichenGenuss gehabt haben, der ihn an den aphrodisischenerinnerte.