Druckschrift 
11 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 3 (1901) Unveröffentlichtes aus der Zeit des Menschlichen, Allzumenschlichen und der Morgenröthe : (1875/76 - 1880/81.)
Entstehung
Seite
167
Einzelbild herunterladen
 

167

28.

Man erreicht einen Höhepunkt seiner Unredlichkeit:und da werden wir uns verhasst und wenden den Spiegelgegen uns und haben nun Vergnügen auch bei demAnblick des Hässlichen, denn wir rächen uns dabei, oderhaben Ekel an der Sättigung, der Berauschung durchIllusionen.Wahrheits-Trieb!

29.

Wissenschaft! Was ist sie! Die Erfahrung derMenschheit aus ihren Trieben, und ein Trieb, von denTrieben zu wissen. Alle Kräfte in ihren Dienst!

30.

Ich weiss so wenig von den Ergebnissen der Wissen-schaft. Und doch scheint mir bereits dies Wenigeunerschöpfbar reich zu sein zur Erhellung des Dunkelenund zur Beseitigung der früheren Arten zu denken undzu handeln.

3i-

Ich wünsche der Wissenschaft etwas die Feierlich-keit zu nehmen es ist jetzt eine Lustbarkeit geworden,da keine Sorgen hinter ihr sind. Ich glaube, es istbald ein Überschuss von Geist da, der verschwendetwerden muss!

3 2 -

Wenn doch die Künstler wüssten, was für Phantasiejede grössere Erkenntniss zur Voraussetzung hat, wieviel erdacht werden und erblühen muss, um unbarmherzigabgeschnitten zu werden! Wir sind ein Fruchtgarten:meint ihr denn, es sei so leicht, die anmuthigsten Erfin-