IX.
Verschiedenes.
463-
Es war Abend, Tannengeruch strömte heraus, mansah hindurch auf graues Gebirge, oben schimmerte derSchnee. Blauer, beruhigter Himmel darüber aufgezogen.— So etwas sehen wir nie, wie es an sich ist, sondernlegen immer eine zarte Seelenmembran darüber — diesesehen wir dann. Vererbte Empfindungen, eigene Stim-mungen werden bei diesen Naturdingen wach. Wir sehenetwas von uns selber — insofern ist auch diese Weltunsere Vorstellung. Wald, Gebirge, ja das ist nicht nurBegriff, es ist unsere Erfahrung und Geschichte, ein Stückvon uns.
464.
Beim Gehen an einem Waldbach scheint die Melodie,die uns im Sinne liegt, hörbar zu werden, in starkenzitternden Tönen; ja sie scheint mitunter dem innerenBild der Melodie, welche wir verfolgen, vorauszulaufenum einen Ton und erlangt eine eigene Selbständigkeit,welche aber nur Täuschung ist.
465-
„Jene sonnigen langmüthigen Octobertage, an denenunser gemässigtes Clima zu seiner Seligkeit und Füllekommt.“