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dass das Bedürfniss nach ihnen immer grösser, die Qualitätimmer geringer wird, dass die Wissenschaft durch dienatürliche Zertheilung der Arbeitsgebiete bei dem Einzelnendie Barbarei kaum verhindern kann, dass es kein Tribunalder Cultur giebt, welches von nationalen Interessen ab-gesehen die geistige Wohlfahrt des ganzen Menschen-geschlechts erwägt: ein internationales Ministerium derErziehung.
461.
In Betreff der griechischen Dichter wurden wir an-geleitet, uns selber zu betrügen. Wollte doch jedersagen: dies mag ich nicht, jenes gilt mir nichts, dortempfinde ich wider die herkömmliche Abschätzung, —so hätte man mehr Achtung vor Philologen als ehrlichenLeuten, selbst wenn sie in Gefahr kämen, dass ihr clas-sischer Geschmack angezweifelt würde.
462.
1) Philologie ist die Kunst, in einer Zeit, welche zuviel liest, lesen zu lernen und zu lehren. Allein derPhilologe liest langsam und denkt über sechs Zeilen einehalbe Stunde nach. Nicht sein Resultat, sondern dieseseine Gewöhnung ist sein Verdienst.
2) Die Geschichte der Philologie ist die Geschichteeiner Gattung von fleissigen, aber unbegabten Menschen.Daher die unsinnige Bekämpfung und spätere Über-schätzung einiger scharfsinnigeren und reicheren Naturen,welche unter die Philologen gerathen sind.
3) Dass die Philologen dazu befähigt sind (mehr alszum Beispiel die Mediciner), die Jugend zu erziehen, istein A^orurtheil, welches noch dazu täglich durch die Er-