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Ein socratisches Mittel. — Socrates hat Recht:man soll, um vom Eros nicht ganz unteijocht zu werden,sich mit den weniger schönen Weibern einlassen.
406.
Man denkt nie soviel an einen Freund oder eineGeliebte, als wenn die Freundschaft oder Liebschaft imletzten Viertel steht.
407.
Es setzt die Liebe tief unter die Freundschaft, dasssie ausschliesslichen Besitz verlangt, während einer mehreregute Freunde haben kann, und diese Freunde unter sicheinander wieder Freund werden.
408.
Wenn ich überall eine Erniedrigung der Deutschenfinde, so nehme ich als Grund an, dass seit vier Jahr-zehnten ein gemeinerer Geist bei den Ehestiftungen ge-waltet hat, zum Beispiel in den mittleren Classen diereine Kuppelei um Geld und Rang; die Töchter sollenversorgt werden und die Männer wollen Vermögen oderGunst erheirathen; dafür sieht man den Kindern auchden gemeinen Ursprung dieser Ehen an.
409.
Einen Freigeist wird sein Gewissen mehr heissen,wenn er seine Ehe mit kirchlichen Ceremonieen begonnen,als wenn er ein Mädchen verführt hat; obwohl letzterestadelns- und strafenswerth, ersteres es nicht ist.