VI.
Kunst und Schriftstellerei.
i. Kunst, Künstler, Kunstbetrachtung.
172.
Es giebt eine doppelte Ästhetik. Die eine geht vonden Wirkungen der Kunst aus und schliesst auf ent-sprechende Ursachen; sie steht mit diesem Verfahrenunter dem Zauber der Kunst und ist selber eine ArtDichtung und Rausch, ein Hineinerklingen der Kunstin die Saiten der Wissenschaft. Die andere Ästhetikgeht von den vielfach absurden und kindischen Anfängender Kunst aus: sie vermag die thatsächlichen Wirkungendaraus nicht abzuleiten und wird deshalb versuchen, dieEmpfindung über die Kunst überhaupt zu ermässigenund jene Wirkungen auf alle Weise zu verdächtigen, alsob sie erlogen oder krankhaft seien. Woraus klar wird,welche Ästhetik der Kunst nützt, welche nicht, und inwiefern beide keine Wissenschaft sein können.
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Bei dem Ursprünge der Kunst hat man nichtvon ästhetischen Zuständen und dergleichen auszugehen;das sind späte Resultate, ebenso wie der Künstler. Sondernder Mensch wie das Thier sucht die Lust und ist darin