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11 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 3 (1901) Unveröffentlichtes aus der Zeit des Menschlichen, Allzumenschlichen und der Morgenröthe : (1875/76 - 1880/81.)
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der geistigen Freiheit in der Welt die Gewissensbissewesentlich beigetragen haben. Sie reizten häufig zu einerKritik der Vorstellungen, welche, auf Grund frühererHandlungen, so schmerzhaft wirkten; und man entdeckte,dass nicht viel daran war, ausser der Gewöhnung undder allgemeinen Meinung innerhalb der Gesellschaft, inwelcher man lebte. Konnte man sich von diesen beidenlosmachen, so wichen auch die Gewissensbisse.

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Wenn die schlechte, ungeschickte Handlung irgendwann einmal keinen Unmuth mehr nach sich zieht, sowürde diese kalte Gesinnung, an die man sich in Hin-sicht auf das Vergangene gewöhnt hätte, auch die Freudeam Gethanen entwurzelt haben. Nun wird aber dasHandeln des Menschen durch die Anticipation der zuerwerbenden Lust oder Unlust bestimmt: fällt diese inHinsicht auf sogenannte moralische Lust oder Unlustweg, so hält ihn keine Empfindung mehr von der schlech-ten Handlung zurück, und zöge ihn nichts mehr zu derguten That hin: es sei denn die Rücksicht auf das Nütz-liche oder Schädliche; die Moral wiche einer Nützlichkeits-lehre. Der Mensch würde in Hinsicht auf das Kommendeebenso kalt und klug werden wie in Hinsicht auf dasVergangene. Dann würde er für die kalte Überlegungreif sein, welchen Werth sein gegenwärtiges Leben habe,das immer noch schmerzhaft genug sein könnte, nebstder Erwägung, ob nicht vielleicht das Nichtsein demSein vorzuziehen sei. In Erkenntniss oder Witterungdieses Sachverhalts sträubt sich jeder Mensch und auchjede philosophische Ethik gegen die Aufhebung der Ver-antwortlichkeit: letztere mit Unrecht, da die Philosophie

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