Druckschrift 
11 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 3 (1901) Unveröffentlichtes aus der Zeit des Menschlichen, Allzumenschlichen und der Morgenröthe : (1875/76 - 1880/81.)
Entstehung
Seite
42
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In wiefern tröstet es einen Unglücklichen, eine Strafenicht verdient zu haben? Er wird zum Besten derMenschheit als Mittel benutzt, um sie abzuschrecken:aber er hatte es nicht verdient, als Mittel betrachtet zuwerden? Sobald man aber einsieht, dass niemand etwasverdient, tröstet jener Gesichtspunkt auch gar nicht mehr.Übrigens sollte man sich unter allen Umständen darüberfreuen, als Mittel zur Verbesserung der Menschen zudienen.

86 .

Die Urtheile der Geschworenengerichte sind ausdemselben Grunde falsch, aus dem die Censur einerLehrerschaft über einen Schüler falsch ist: sie entstehenaus einer Vermittelung zwischen den verschieden gefälltenUrtheilen: gesetzt den günstigsten Fall, einer der Ge-schworenen habe richtig geurtheilt, so ist das Gesammt-resultat die Mitte zwischen dem richtigen und mehrerenfalschen Urtheilen, das heisst jedenfalls falsch.

87.

Unrecht hinterlässt mitunter in dem, welcher es thut,eine Wunde, doch nicht häufig. Gewissensbisse sind eherdie Ausnahme als die Regel. Jemanden, der uns zu-wider ist, so zu beleidigen, dass wir seinen Umgang lossind, erzeugt sogar ein seliges Aufathmen über die er-langte Freiheit. Vielleicht aber ist hier das UnrechtthunNothwehr.

88 .

Werth der Gewissensbisse für die geistigeBefreiung. Es ist kein Zweifel, dass zur Vermehrung