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Kunst und Wissenschaft) gehört in’s Bereich des Unego-istischen — aber auch des Moralischen?
76.
Das wollen, was der andere will und zwar seinerselbst wegen, nicht unsertwegen, das macht den Freund,sagt Aristoteles. Hier wird die unegoistische Handlungbeschrieben; befinden wir uns gegen gewisse Personendauernd in solcher Verfassung, so ist dies Freundschaft.Nach der jetzt üblichen Auffassung der Moralität ist dasFreundesverhältniss das moralischeste, welches existirt.
77 -
Man lobt das Unegoistische ursprünglich, weil esnützlich, das Egoistische tadelt man, weil es schädlichist. Wie aber, wenn dies ein Irrthum wäre! Wenndas Egoistische in viel höherem Grade nützlich wäre,auch den anderen Menschen, als das Unegoistische! Wiewenn man beim Tadel des Egoistischen immer nur anden dummen Egoismus gedacht hätte! Im Grunde lobteman die Klugheit? — Freilich Güte und Dummheit gehenauch zusammen, un hon komme u. s. w.
78.
Wir haben ein Vergnügen an der kleinen Bosheit,weil sie uns wenig schadet, zum Beispiel am Sarkas-mus; ja wenn wir uns völlig geschützt fühlen, so dientuns selbst die grosse Bosheit (etwa in dem giftigen Geifereines Pamphletes) zum Behagen; denn sie schadet unsnicht und nähert sich dadurch der Wirkung des Ko-mischen, — das überrascht, ein wenig erschreckt und dochnicht Schaden anstiftet.