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11 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 3 (1901) Unveröffentlichtes aus der Zeit des Menschlichen, Allzumenschlichen und der Morgenröthe : (1875/76 - 1880/81.)
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innerhalb des abgegrenzten Bereichs erlaubter Vorstel-lungen. Dagegen die Forderung des unegoistischen,unpersönlichen Handelns, worin man gewöhnlich den Ur-sprung der Moralität sieht, gehört den pessimistischenReligionen an, insofern diese von der Verwerflichkeitdes ego, der Person ausgehen, also die metaphysischeBedeutung desRadikal-Bösen vorher in den Menschengelegt haben müssen. Von der pessimistischen Religionher hat Kant sowohl das Radikal-Böse als den Glauben,dass das Unegoistische das Kennzeichen des Moralischensei. Nun existirt dies aber nur, wie Schopenhauer richtigsah, im Nach geben gegen bestimmte Empfindungen, zumBeispiel des Mitleidens,Wohlwollens. Empfindungen kannman aber nicht fordern, anbefehlen. Die Moral hataber immer gefordert, sie wird somitmitleidig und wohl-wollend sein (unegoistisch sein) nicht als entscheidendesKennzeichen desmoralischen Menschen gelten lassen:wie man ja thatsächlich oft vonunmoralischen Menschenspricht, welche aber sehr gutmüthig und mitleidig sind.

72.

Wenn die Moral auf den Gesichtspunkt des gemein-samen Nutzens und Schadens zurückgeht, so ist es con-sequent, das Moralische einer Handlung nicht nach denAbsichten des Individuums, sondern nach der That undderen Erfolg zu bemessen. Das Seelenspalten und Nieren-prüfen gehört einer Auffassung der Ethik an, bei derauf Nutzen und Schaden gar nichts ankommt. Man ver-lange die Handlung und kümmere sich nicht so ängstlichum die Motive (deren Verflechtung übrigens viel zu grossist, als dass man nicht bei jeder psychologischen Analysiseiner Handlung immer etwas irrte).