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punkte des Guten (nur dass das Urtheil über gutverschieden ist). Jeder handelt nach dem ihm Vortheil -haften, keiner ist freiwillig böse, das heisst sich schädigend.Es ist ein grosser Fortschritt zu lernen, dass alles Mora-lische nichts mit dem Ding an sich zu thun hat, sondernMeinung ist, in das Bereich des sehr veränderlichen In-tellects gehört. Freilich: wie sich unser Ohr den Sinnfür Musik geschaffen hat (der ja auch nicht an sichexistirt), so haben wir als hohes Resultat der bisherigenMenschheit den moralischen Sinn. Er ist aber nicht auflogische Denkgesetze und auf strenge Naturbeobachtunggegründet, sondern wie der Sinn für die Künste aufmancherlei falsche Urtheile und Fehlschlüsse. Die Wissen-schaft kann nicht umhin, das unlogische Fundament derMoral aufzudecken, wie sie das bei der Kunst thut.Vielleicht schwächt sie auf die Dauer diesen Sinn damitetwas ab: aber der Sinn für Wahrheit ist selber eineder höchsten und mächtigsten Efflorescenzen diesesmoralischen Sinnes. Hier liegt die Compensation.
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Wie sehr wir auch die Moralität zersetzen — unsereeigene, im ganzen Wesen eingenistet, kann dabei nichtzersetzt werden. Unsere Art wahr und unwahr zu sein,bleibt undiscutirbar. „Der Ton des Suchens ist einer, undder Ton des Habens ist ein anderer.“
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Die Kritik der Moralität ist eine hohe Stufe derMoralität — aber verschmolzen sind Eitelkeit, Ehrgeiz,Lust am Siege damit, wie bei aller Kritik.
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