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11 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 3 (1901) Unveröffentlichtes aus der Zeit des Menschlichen, Allzumenschlichen und der Morgenröthe : (1875/76 - 1880/81.)
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und Liebe. Wenn ein Mörder nicht das Böse seinerHandlung anerkennen will und sich das Recht nimmt,etwas gut zu nennen, was alle Welt böse nennt, so löster sich aus der Entwicklung der Menschen: müssen wirihm das Recht zugestehen? Wenn einer sogenannteschlechte Handlungen durch Loslösung von den herge-brachten Urtheilen und Aufstellung der Unverantwortlich-keit rechtfertigte, dürfen wir sagen:nur rein theoretischdarf er so etwas aufstellen, nicht aber practisch danachhandeln? Oder:als Denker hat er Recht, aber er darfnicht Böses thun. In wie wrnit darf sich das Individuumlösen von seiner Vergangenheit? So weit es kann? Undwenn es einsieht, dass in dieser Vergangenheit falscheUrtheile, Rücksichten auf grobe Nützlichkeit wirkten? Dassder Heiligenschein um das Gute, der Schwefelglanz umdas Böse dabei verschwindet? Wenn die stärksten Motive,aus der Ehre und Schande des Mitmenschen entnommen,nicht mehr wirken, weil er die Wahrheit diesem Urtheileentgegenstellen kann?

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Das Christenthum sagt:es giebt keine Tugenden,sondern Sünden. Damit wird alles menschliche Handelnverleumdet und vergiftet, auch das Zutrauen auf Menschenerschüttert. Nun secundirt ihm noch die Philosophie inder Weise La Rochefoucaulds, sie führt die gerühmtenmenschlichen Tugenden auf geringe und unedle Beweg-gründe zurück. Da ist es eine wahre Erlösung zu lernen,dass es an sich weder gute noch böse Handlungen giebt,dass in gleichem Sinne wie der Satz des Christenthumsauch der entgegengesetzte des Alterthums aufgestelltwerden kann:es giebt keine Sünden, sondern nurTugenden, das heisst Handlungen nach dem Gesichts-