lieh macht ihn wahrscheinlich weiser. Jedermann voneiniger Erfahrung wird wissen, in welchem Zustande erdas tiefste verstehende Mitgefühl mit der Unsicherheitder Gesellschaft und der Ehen hatte.
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Menschen, welche sich in hervorragender Weise vomErerbt-Sittlichen loslösen, „gewissen“-los sind, könnendies nur in der gleichen Weise werden wie Missgeburtenentstehen; das Wachsen und Sich-bilden geht ja nachder Geburt fort, in Folge der angeerbten Gewohnheitenund Kräfte. So könnte man in jenem Falle den Begriffder Missgeburt erweitern und etwa von Missgebildenreden. Gegen solche hat die übrig-e Menschheit dieselbenRechte wie gegen die Missgeburten und Monstra; siedarf sie vernichten, um nicht die Propagation des Zurück-gebliebenen, Missrathenen zu fördern. Zum Beispiel derMörder ist ein Missgebilde. —
64.
Man ist auch ungerecht, wenn man die grossenMänner zu gross findet und die Dinge in der Welt zutief. Wer dem Leben die tiefste Bedeutung geben will,umspinnt die Welt mit Fabeln; wir sind alle noch tiefhinein verstrickt, so freisinnig wir uns auch Vorkommenmögen. Es giebt eine starke Neigung, uralt angeboren,die Abstände zu übertreiben, die Farben zu stark auf-zutragen, das Glänzende als das Wahrscheinlichere zunehmen. Die Kraft zeigt sich vornehmlich in diesemallzuscharfen Accentuiren; aber die Kraft in derMässigungist die höhere, Gerechtigkeit ist schwerer als Hingebung
Nietzsche, Werke II. Abtheilung Band XI.
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