Druckschrift 
9 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 1 (1903) Aus den Jahren 1869 - 1872
Entstehung
Seite
461
Einzelbild herunterladen
 

461

und die Tragödie:eine sonderbare Metaphysik derKunst, die den Hintergrund macht, ist so ziemlich meinEigenthum, nämlich Grundbesitz, aber noch nicht mobiles,cursives, gemünztes Eigenthum. Daher diepurpurneDunkelheit: als welcher Ausdruck mir unbeschreiblichgefallen hat.

In seinem späteren Leben, längst jenseits der grandepassion für Wagner, sah er den Werth des Buches inder Erkenntniss des dionysischen Phänomens und in demLichte, das diese Erkenntniss auf die Griechen wirft.Soviel Böses er in der glänzenden Selbstkritik (Vorrede1886) seinem Erstling nachsagt, so viel Vaterliebe verräther wiederum im ecce homo (Biogr. II, S. 102 ff.).

Ein nüchterner Aphorismus W. Ill, S. 114 scheintmir für Nietzsches Auffassung des Griechenthums, wiesie sich in der Geburt der Tragödie und sonst oft ver-räth, ausserordentlich beachtenswerth:

Die Griechen als Dolmetscher. Wenn wirvon den Griechen reden, reden wir unwillkürlich zugleichvon Heute und Gestern: ihre allbekannte Geschichte istein blanker Spiegel, der immer etwas wiederstrahlt, dasnicht im Spiegel selbst ist. Wir benützen die Freiheit, vonihnen zu reden, um von Anderen schweigen zu dürfen damit jene nun selber dem sinnenden Leser etwas insOhr sagen. So erleichtern die Griechen dem modernenMenschen das Mittheilen von mancherlei schwer Mittheil-barem und Bedenklichem.

Das Nachdenken Nietzsches über das ThemaBil-dungsanstalten hat jedenfalls schon sehr früh begonnen:die wesentlichen Gedanken der Kritik, die er an der be-

Über dieZukunftunsererBildungs-ans taken.