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sonders seitdem man sich nun gar dieser Eigenschaft, biszur litterarischen Selbstglorification, von Herzen froh be-wusst geworden ist. Jetzt schütteln sich die „Gebildeten“,unter den bekanntlich so cultivirten Deutschen, und die„Philister“, unter den bekanntlich so uncultivirtenDeutschen, öffentlich die Hände und treffen eine Abredemit einander, wie man fürderhin schreiben dichten malenmusiciren und selbst philsosophiren, ja regieren müsse,um weder der „Bildung“ des einen zu ferne zu stehen,noch der „Gemüthlichkeit“ des anderen zu nahe zu treten.Dies nennt man jetzt „die deutsche Cultur der Jetztzeit“;wobei nur noch zu erfragen wäre, an welchem Merkmalejener „Gebildete“ zu erkennen ist, nachdem wir wissen,dass sein Milchbruder, der deutsche Philister, sich jetztselbst, ohne Verschämtheit, gleichsam nach verlorner Un-schuld, aller Welt als solchen zu erkennen giebt.
Der Gebildete ist jetzt vor allem historisch ge-bildet: durch sein historisches Bewusstsein rettet er sichvor dem Erhabenen; was dem Philister durch seine „Ge-müthlichkeit“ gelingt. Nicht mehr der Enthusiasmus, dendie Geschichte erregt — wie doch Goethe vermeinendurfte — sondern gerade die Abstumpfung alles Enthu-siasmus ist jetzt das Ziel dieser Bewunderer des niladmirari, wenn sie alles historisch zu begreifen suchen;ihnen müsste man aber Zurufen: „Ihr seid die Narren allerJahrhunderte! Die Geschichte wird euch nur die Bekennt-nisse machen, die eurer würdig sind! Die Welt ist zuallen Zeiten voll von Trivialitäten und Nichtigkeiten ge-wesen: eurem historischen Gelüste entschleiern sich ebendiese und gerade nur diese. Ihr könnt zu Tausendenüber eine Epoche herfallen — ihr werdet nachher hungernwie zuvor und euch eurer Art angehungerter Gesund-heit rühmen dürfen. Illam ipsam quam iactant sanitatem