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9 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 1 (1903) Aus den Jahren 1869 - 1872
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als den ersten Versuch einer wahren Bildungsinstitution,und sodann den Geist dieser Bildungsinstitution, jenenmännlich ernsten, schwergemuthen, harten und kühnendeutschen Geist, jenen aus der Reformation her gesundbewahrten Geist des Bergmannssohnes Luther.

An das Schicksal der Burschenschaft denkt nun,wenn ich frage: hat die deutsche Universität damalsjenen Geist verstanden, als sogar die deutschen Fürstenihn in ihrem Hasse verstanden zu haben scheinen? Hatsie kühn und entschieden ihren Arm um ihre edelstenSöhne geschlungen, mit dem Wortemich müsst ihrtödten, ehe ihr diese tödtet? Ich höre eure Antwort:an ihr sollt ihr ermessen, ob die deutsche Universitäteine deutsche Bildungsanstalt ist.

Damals hat der Student geahnt, in welchen Tiefeneine wahre Bildungsinstitution wurzeln muss: nämlich ineiner innerlichen Erneuerung und Erregung der reinstensittlichen Kräfte. Und dies soll dem Studenten immer-dar zu seinem Ruhme nacherzählt werden. Auf denSchlachtfeldern mag er gelernt haben, was er amwenigsten in der Sphäre derakademischen Freiheitlernen konnte: dass man grosse Führer braucht, und dassalle Bildung mit dem Gehorsam beginnt. Und mittenin dem siegreichen Jubel, im Gedanken an sein befreitesVaterland hatte er sich das Gelöbniss gegeben, deutschzu bleiben. Deutsch! Jetzt lernte er den Tacitus ver-stehn, jetzt begriff er den kategorischen Imperativ Kants,etzt entzückte ihn die Leyer- und Schwertweise KarlMaria von Webers. Die Thore der Philosophie, derKunst, ja des Alterthums sprangen vor ihm auf undin einer der denkwürdigsten Blutthaten, in der Ermor-dung Kotzebues rächte er, mit tiefem Instincte undschwärmerischer Kurzsichtigkeit, seinen einzigen zu