Stützen weichen; denn er hatte fehlgegriffen und an zer-brechlichem Rohre sich festgehalten. In leerer und trost-loser Stimmung sieht er seine Pläne verrauchen: seinZustand ist abscheulich und unwürdig: er wechselt mitüberspannter Thätigkeit und melancholischer Erschlaffung.Dann ist er müde, faul, furchtsam vor der Arbeit, vorallem Grossen erschreckend und im Hasse gegen sichselbst. Er zergliedert seine Fähigkeiten und glaubt inhohle oder chaotisch ausgefüllte Räume zu sehen. Dannwieder stürzt er aus der Höhe der erträumten Selbster-kenntniss in eine ironische Skepsis. Er entkleidet seineKämpfe ihrer Wichtigkeit und fühlt sich bereit zu jederwirklichen, wenn auch niedrigen Nützlichkeit. Er suchtjetzt seinen Trost in einem hastigen unablässigen Thun,um sich unter ihm vor sich selbst zu verstecken. Undso treibt ihn seine Rathlosigkeit und der Mangel einesFührers zur Bildung aus einer Daseinsform in die andre:Zweifel, Aufschwung, Lebensnoth, Hoffnung, Verzagen,alles wirft ihn hin und her, zum Zeichen, dass alle Sterneüber ihm erloschen sind, nach denen er sein Schiff lenkenkönnte.
Das ist das Bild jener gerühmten Selbständigkeit,jener akademischen Freiheit, wiedergespiegelt in denbesten und wahrhaft bildungsbedürftigen Seelen: denengegenüber jene roheren und unbekümmerten Naturennicht in Betracht kommen, welche sich ihrer Freiheit imbarbarischen Sinne freuen. Denn diese zeigen in ihremniedrig gearteten Behagen 4 und in ihrer fachgemässenzeitigen Beschränktheit, dass für sie gerade dieses Elementdas Rechte ist: wogegen gar nichts zu sagen ist. IhrBehagen aber wiegt wahrhaftig nicht das Leiden eineseinzigen zur Cultur hingetriebenen und der Führung be-dürftigen Jünglings auf, der unmuthig endlich die Zügel