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stem Stolze als „akademische Selbsterziehung zur Bildung“und prunkt mit ihrem glänzendsten Gefieder.
Glückliche Zeit, in der die Jünglinge weise undgebildet genug sind, um sich selbst am Gängelbandeführen zu können! Unübertreffliche Gymnasien, denenes gelingt, Selbständigkeit zu pflanzen, wo andre Zeitenglaubten, Abhängigkeit, Zucht, Unterordnung, Gehorsampflanzen und allen Selbständigkeitsdünkel abwehren zumüssen! Wird euch hier deutlich, meine Guten, weshalbich, nach der Seite der Bildung hin, die jetzige Universitätals Ausbau der Gymnasialtendenz zu betrachten liebe?Die durch das Gymnasium anerzogne Bildung tritt, alsetwas Ganzes und Fertiges, mit wählerischen Ansprüchenin die Thore der Universität: sie fordert, sie giebt Ge-setze, sie sitzt zu Gericht. Täuscht euch also über dengebildeten Studenten nicht: dieser ist, soweit er eben dieBildungsweihen empfangen zu haben glaubt, immer nochder in den Händen seiner Lehrer geformte Gymnasiast:als welcher nun, seit seiner akademischen Isolation, undnachdem er das Gymnasium verlassen hat, damit gänzlichaller weiteren Formung und Leitung zur Bildung ent-zogen ist, um von nun an von sich selbst zu leben undfrei zu sein.
Frei! Prüft diese Freiheit, ihr Menschenkenner!Aufgebaut auf dem thönernen Grunde der jetzigen Gym-nasialcultur, auf zerbröckelndem Fundamente, steht ihrGebäude schief gerichtet und unsicher bei dem Anhaucheder Wirbelwinde. Seht euch den freien Studenten, denHerold der Selbständigkeitsbildung an, errathet ihn in seinenInstincten, deutet ihn euch aus seinen Bedürfnissen! Wasdünkt euch über seine Bildung, wenn ihr diese an dreiGradmessern zu messen wisst, einmal an seinem Bedürf-niss zur Philosophie, sodann an seinem Instinct für Kunst