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9 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 1 (1903) Aus den Jahren 1869 - 1872
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Diese fast ingrimmig vorgestossene Frage regte unsauf.Was haben Sie gegen die Studenten? entgegnetenwir und bekamen keine Antwort. Erst nach einer Weilebegann der Philosoph langsam, in klagendem Tone undgleichsam den noch Entfernten anredend:Also selbstum Mitternacht, mein Freund, selbst auf dem einsamenBerge werden wir nicht allein sein, und du selbst bringsteine Schaar studentischer Störenfriede zu mir herauf, derdu doch weisst, dass ich diesem genus omne gern undbehutsam aus dem Wege gehe. Ich verstehe dich darinnicht, mein ferner Freund: es will doch etwas sagen,wenn wir uns nach langer Trennung zum Wiedersehnzusammenfinden und einen solchen entlegenen Winkelund solche ungewöhnliche Stunden dazu auslesen. Wozubrauchten wir einen Chor von Zeugen und von solchenZeugen! Was uns ja für heute zusammenruft, das istdoch am wenigsten ein sentimentaliscb.es weichmüthigesBedürfniss: denn wir haben beide bei Zeiten gelernt,allein und in würdevoller Isolation leben zu können.Nicht um unsertwillen, etwa um zärtliche Gefühle zupflegen oder um eine Scene der Freundschaft pathetischdarzustellen, haben wir beschlossen uns hier zu sehen;sondern hier, wo ich dich einst, in denkwürdiger Stunde,feierlich vereinsamt, antraf, wollten wir mit einander, gleich-sam als Ritter einer neuen Vehme, des ernstesten Rathespflegen. Mag uns dabei hören, wer uns versteht, aber warumbringst du einen Schwarm mit, der uns gewiss nicht ver-steht! Ich erkenne dich darin nicht, mein ferner Freund!Wir hielten es nicht für schicklich, den so ungemuthKlagenden zu unterbrechen: und als er melancholischverstummte, wagten wir doch nicht, ihm zu sagen, wiesehr uns diese misstrauische Ablehnung der Studentenverdriessen musste.