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Allerbesten: und im Grunde entscheidet wohl hier kaumder Grad der Begabung, ob man für derartige Stimmenzugänglich ist oder nicht, sondern die Höhe und derGrad einer gewissen sittlichen Erhabenheit, der Instinctzum Heroismus, zur Aufopferung — und endlich einsicheres zur Sitte gewordenes, durch richtige Erziehungeingeleitetes Bedürfniss der Bildung: als welche, wie ichschon sagte, vor allem Gehorsam und Gewöhnung andie Zucht des Genius ist. Gerade aber von einer solchenZucht, einer solchen Gewöhnung wissen die Institute,die man jetzt „Bildungsanstalten“ nennt, so viel wienichts: obwohl es mir nicht zweifelhaft ist, dass dasGymnasium ursprünglich als eine derartige wahre Bil-dungsinstitution, wenigstens als vorbereitende Veran-staltung, gemeint war und in den wunderbaren, tief-sinnig erregten Zeiten der Reformation die ersten kühnenSchritte auf einer solchen Bahn wirklich gethan hat,ebenfalls, dass sich in der Zeit unseres Schiller, unseresGoethe wieder etwas von jenem schmählich abge-leiteten oder secretirten Bedürfnisse merken liess, gleich-sam als ein Keim jener Schwinge, von der Plato imPhädrus redet und welche die Seele, bei jeder Be-rührung mit dem Schönen, beflügelt und emporträgt —nach dem Reiche der unwandelbaren reinen eingestaltenUrbilder der Dinge.“
„Ach, mein verehrter und ausgezeichneter Lehrer,“begann jetzt der Begleiter, „nachdem Sie den göttlichenPlato und die Ideenwelt citirt haben, glaube ich nichtmehr daran, dass Sie mir zürnen, so sehr ich auch durchmeine vorige Rede Ihre Missbilligung und Ihren Zornverdient habe. Sobald Sie reden, regt sich bei mir jeneplatonische Schwinge; und nur in den Zwischenpausenhabe ich, als Wagenlenker meiner Seele, mit dem wider-