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9 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 1 (1903) Aus den Jahren 1869 - 1872
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Ende: und die Physiologie der Pflanzen und Thiere, dieGeologie, die unorganische Chemie zwingt ihre Jünger zueiner ganz veränderten Betrachtung der Natur. Wasdurch diese neue angezwungene Betrachtungsart verlorengegangen ist, ist nicht etwa eine poetische Phantasma-* gorie, sondern da s instinctive wahre und einzige Ver-ständniss der Natur: an dessen Stelle jetzt ein klugesBerechnen und Überlisten der Natur getreten ist. Soist dem wahrhaft Gebildeten das unschätzbare Gut ver-liehn, ohne jeden Bruch den beschaulichen Instinctenseiner Kindheit treu bleiben zu können und dadurch zueiner Ruhe, Einheit, zu einem Zusammenhang und Ein-klang zu kommen, die von einem zum LebenskämpfeHerangezogenen nicht einmal geahnt werden können.

Glaubt also ja nicht, meine Freunde, dass ich unsernRealschulen und höheren Bürgerschulen ihr Lob ver-kümmern will: ich ehre die Stätten, an denen manordentlich rechnen lernt, wo man sich der Verkehrs-sprachen bemächtigt, die Geographie ernst nimmt undsich mit den erstaunlichen Erkenntnissen der Natur-wissenschaft bewaffnet. Ich bin auch gern bereit zu-zugeben, dass die auf den besseren Realschulen unsererTage Vorbereiteten vollkommen zu den Ansprüchen be-rechtigt sind, die die fertigen Gymnasiasten zu machenpflegen, und die Zeit ist gewiss nicht mehr fern, wo manderartig Geschulten die Universitäten und die Staatsämterüberall ebenso unumschränkt öffnet wie bisher nur denZöglingen des Gymnasiums wohlgemerkt den Zög-lingen des jetzigen Gymnasiums! Diesen schmerzlichenNachsatz kann ich aber nicht unterdrücken: wenn eswahr ist, dass Realschule und Gymnasium in ihren gegen-wärtigen Zielen im ganzen so einmüthig sind und nur inso zarten Linien von einander abweichen, um auf eine