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9 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 1 (1903) Aus den Jahren 1869 - 1872
Entstehung
Seite
377
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von erster und nächster Wichtigkeit: und je schwierigerder Kampf ist, um so mehr muss der junge Menschlernen, um so angespannter muss er seine Kräfte regen.

Nur aber glaube niemand, dass die Anstalten, die ihnzu diesem Kampfe anspornen und befähigen, irgendwie inernstem Sinne als Bildungsanstalten in Betracht kommenkönnten. Es sind Institutionen zur Überwindung derLebensnoth, mögen sie nun versprechen Beamte oderKaufleute oder Offiziere oder Grosshändler oder Land-wirthe oder Ärzte oder Techniker zu bilden. Für solcheInstitutionen gelten aber jedenfalls andere Gesetze undMaassstäbe als für die Errichtung einer Bildungsanstalt:und was hier erlaubt, ja so geboten wie möglich ist,dürfte dort ein freventliches Unrecht sein.

Ich will euch, meine Freunde, ein Beispiel geben.Wollt ihr einen jungen Menschen auf den rechten Bildungs-pfad geleiten, so hütet euch wohl, das naive zutrauens-volle, gleichsam persönlich-unmittelbare Verhältniss des-selben zur Natur zu stören: zu ihm müssen der Waldund der Fels, der Sturm, der Geier, die einzelne Blume,der Schmetterling, die Wiese, die Bergeshalde in ihreneignen Zungen reden, in ihnen muss er gleichsam sichwie in zahllosen auseinandergeworfnen Reflexen undSpiegelungen, in einem bunten Strudel wechselnder Er-scheinungen wiedererkennen; so wird er unbewusst dasmetaphysische Einssein aller Dinge an dem grossenGleichniss der Natur nachempfinden und zugleich an ihrerewigen Beharrlichkeit und Nothwendigkeit sich selbstberuhigen. Aber wie vielen jungen Menschen darf esgestattet sein, so nahe und fast persönlich zur Natur ge-stellt heranzuwachsen! Die anderen müssen frühzeitigeine andre Wahrheit lernen: wie man die Natur sichunterjocht. Hier ist es mit jener naiven Metaphysik zu