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9 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 1 (1903) Aus den Jahren 1869 - 1872
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wenn von dieser Seite aus zum Beis piel nach Kunst v er-langt wird, so kommen gerade nur die zerstreu endenoder stimulirenden ihrer Wirkungen in Betracht, also d ie-jenigen, welche die reine und erhabene Kunst amwenigsten und die entwürdigte und verun reinigte ambesten zu erregen versteht. Denn in seinem gesammtenThun und Treiben, so grossartig es sich vielleicht für denBetrachter ausnehmen mag, ist er doch niemals seinesbegehrenden und rastlosen Subjectes ledig geworden:jener erleuchtete Ätherrau m der subjectffeien Contem -plation flieht vor ihm zurück und darum wird er,er mag lernen, reisen, sammeln, von der wahren Bildungin ewiger Entfernung und verbannt leben müssen. Denndie wahre Bildung verschmäht es, sich mit dem be-dürftigen und begehrenden Individuum zu verunreinigen:sie weiss demjenigen, der sich ihrer als eines Mittels zuegoistischen Absichten versichern möchte, weislich zuentschlüpfen: und wenn sie gar einer festzuhalten wähnt,um nun etwa einen Erwerb aus ihr zu machen und seineLebensnoth durch ihre Ausnutzung zu stillen, dann läuftsie plötzlich, mit unhörbaren Schritten und mit der Mieneder Verhöhnung fort.

Also, meine Freunde, verwechselt mir diese Bildung,diese zartfüssige, verwöhnte, ätherische Göttin nicht mitjener nutzbaren Magd, die sich mitunter auch dieBildungnennt, aber nur die intellectuelle Dienerin und Beratherinder Lebensnoth, des Erwerbs, der Bedürftigkeit ist. JedeErziehung aber, welche an das Ende ihrer Laufbahn einAmt oder einen Brodgewinn in Aussicht stellt, ist keineErziehung zur Bildung, wie wir sie verstehen, sondernnur eine Anweisung, auf wel chem Wege man im Kampfeum das Dasein sein Subject rette und schütze. F reilichist eine solche Anweisung für die allermeisten Menschen