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Von neuem erhob der Philosoph seine Stimme:„Merkt es wohl, meine Freunde,“ sagte er, „zweierlei dürftihr nicht verwechseln. 'Sehr viel muss der Mensch lernen,um zu leben, um seinen Kampf um’s Dasein zu kämpfen:aber alles, was er in dieser Absicht als Individuum lerntund thut, hat noch nichts mit der Bildung zu schaffen.Diese beginnt im Gegentheil erst in einer Luftschicht,die hoch über jener Welt der Noth, des Existenzkampfes,der Bedürftigkeit lagert . Es fragt sich nun, wie sehr einMensch sein Subject neben anderen Subjecten schätzt,wie viel er von seiner Kraft für jenen individuellenLebenskampf verbraucht. Mancher wird, bei einer stoisch-engen Umschränkung seiner Bedürfnisse, sehr bald undleicht in jene Sphäre sich erheben, in der er sein Subjectvergessen und gleichsam abschütteln darf, um nun ineinem Sonnensystem zeitloser und unpersönlicher An-gelegenheiten sich ewiger Jugend zu erfreuen. Einanderer dehnt die Wirkung und die Bedürfnisse seinesSubjects so in die Breite und baut in einem so erstaun-lichen Maasse an dem Mausoleum dieses seines Subjects,als ob er so im Stande sei, im Ringkampfe den un-geheuren Gegner, die Zeit, zu überwinden. Auch ineinem solchen Triebe zeigt sich ein Verlangen nach Un-sterblichkeit: Reichthum und Macht, Klugheit, Geistes-gegenwart, Beredsamkeit, ein blühendes Ansehn, ein ge-wichtiger Name — alles sind hier nur Mittel geworden,mit denen der unersättliche persönliche Lebenswille nachneuem Leben verlangt, mit denen er nach einer, zuletztillusorischen Ewigkeit lechzt.
Aber selbst in dieser höchsten Form des Subjects,auch in dem gesteigertsten Bedürfniss eines solchen er-weiterten und gleichsam collectiven Individuums giebtes noch keine Berührung mit der wahren Bildung: und