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Auswahl der Geister gestützte Bildung mit tiefem Hassevon sich abwehrt: oder sie ziehen eine mikrologische,dürre oder jedenfalls der Bildung fernbleibende Ge-lehrsamkeit auf, deren Werth vielleicht gerade darin be-steht, wenigstens gegen die Verführungen jener frag-würdigen Cultur Auge und Ohr stumpf zu machen“. DerPhilosoph hatte vor allem seinen Begleiter auf die selt-same Entartung aufmerksam gemacht, die in dem Kerneeiner Cultur eingetreten sein muss, wenn der Staat glaubendarf, sie zu beherrschen, wenn er durch sie Staatszieleerreicht, wenn er, mit ihr verbündet, gegen feindseligeandere Mächte ebensowohl als gegen den Geist ankämpft,den der Philosoph den „wahrhaft deutschen“ zu nennenwagte. Dieser Geist, durch das edelste Bedürfniss an dieGriechen gekettet, in schwerer Vergangenheit als aus-dauernd und muthig bewährt, rein und erhaben in seinenZielen, durch seine Kunst zur höchsten Aufgabe befähigt,den modernen Menschen vom Fluche des Modernen zuerlösen — dieser Geist ist verurtheilt, abseits, seinem Erbeentfremdet zu leben: wenn aber seine langsamen Klage-laute durch die Wüste der Gegenwart schallen, dann er-schrickt die überhäufte und buntbehängte Bildungs-karawane dieser Gegenwart. Nicht nur Erstaunen,sondern Schrecken sollen wir bringen, das war die Mei-nung des Philosophen, nicht scheu davonzufliehn, sondernanzugreifen war sein Rath: besonders aber redete erseinem Begleiter zu, nicht zu ängstlich und abwägend andas Individuum zu denken, aus dem, durch einen höherenInstinct, jene Abneigung gegen die jetzige Barbarei her-vorströmt. „Mag es zu Grunde gehn: der pythische Gottwar nicht verlegen darum, einen neuen Dreifuss, einezweite Pythia zu finden, so lange überhaupt der mystischeDampf noch aus der Tiefe quoll“.