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9 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 1 (1903) Aus den Jahren 1869 - 1872
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kommen? In der That kann von einer solchen ehernenNothwendigkeit nur insofern die Rede sein, als der mo-derne Staat in diesen Dingen mitzureden gewöhnt istund seine Forderungen mit einem Schlag an seineRüstung zu begleiten pflegt: welches Phänomen dannfreilich auf die meisten den gleichen Eindruck macht, alsob die ewige eherne Nothwendigkeit, das Urgesetz derDinge zu ihnen redete. Im übrigen ist ein mit solchenForderungen redender „Culturstaat“, wie man jetzt sagt,etwas Junges und ist erst in dem letzten halben Jahr-hundert zu einer „Selbstverständlichkeit“ geworden, dasheisst in einer Zeit, der, nach ihrem Lieblingswort, sovielerlei „selbstverständlich“ vorkommt, was an sich durch-aus sich nicht von selbst versteht. Gerade von demkräftigsten modernen Staate, von Preussen, ist diesesRecht der obersten Führung in Bildung und Schule soernst genommen worden, dass, bei der Kühnheit, diediesem Staatswesen zu eigen ist, das von ihm ergriffnebedenkliche Princip eine allgemeinhin bedrohliche undfür den wahren deutschen Geist gefährliche Bedeutungbekommt. Denn von dieser Seite aus finden wir das Be-streben, das Gymnasium auf die sogenannte „Höhe derZeit“ zu bringen, förmlich systematisirt: hier blühen allejene Vorrichtungen, wodurch möglichst viel Schüler zueiner Gymnasialerziehung angespornt werden: hier hat so-gar der Staat sein allermächtigstes Mittel, die Verleihunggewisser auf den Militärdienst bezüglicher Privilegien,mit dem Erfolge an gewendet, dass, nach dem unbefang-nen Zeugnisse statistischer Beamten, gerade daraus undnur daraus die allgemeine Überfüllung aller preussischenGymnasien und das dringendste fortwährende Bedürfnisszu neuen Gründungen zu erklären wäre. Wa s kann derStaat mehr thun, zu Gunsten eines Übermaasses von