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9 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 1 (1903) Aus den Jahren 1869 - 1872
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das Alterthum sie gebieterisch zurückweist! Müssen sienicht denjenigen Mächten der Gegenwart zum Opferfallen, die Tag für Tag, aus dem unermüdlich tönendenOrgan der Presse, ihnen zurufen:Wir sind die Cultur!Wir sind die Bildung! Wir sind auf der Höhe! Wirsind die Spitze der Pyramide! Wir sind das Ziel derWeltgeschichte! wenn sie die verführerischen Ver-heissungen hören, wenn ihnen gerade die schmählichstenAnzeichen der Uncultur, die plebejische Öffentlichkeit dersogenanntenCulturinteressen in Journal und Zeitungals das Fundament einer ganz neuen allerhöchsten reifstenBildungsform angepriesen wird! Wohin sollen sich dieArmen flüchten, wenn in ihnen auch nur der Rest einerAhnung lebt, dass es mit jenen Verheissungen sehr lügen-haft bestellt sei wohin anders als in die stumpfeste,mikrologisch dürrste Wissenschaftlichkeit, um nur hiervon dem unermüdlichen Bildungsgeschrei nichts mehr zuhören? Müssen sie nicht, in dieser Weise verfolgt, endlichwie der Vogel Strauss ihren Kopf in einen HaufenSandes stecken! Ist es nicht ein wahres Glück für sie,dass sie, vergraben unter Dialecten, Etymologien undConjecturen, ein Ameisenleben führen, wenn auch inmeilenweiter Entfernung von wahrer Bildung, so dochwenigstens mit verklebten Ohren und gegen die Stimmeder eleganten Zeitcultur taub und abgeschlossen?

Du hast Recht, mein Freund, sagte der Philosoph,aber wo liegt jene eherne Nothwendigkeit, dass einUbermaass von Bildungsschulen bestehen müsse, und dassdadurch wieder ein Übermaass von Bildungslehrern nöthigwerde? wenn wir doch so deutlich erkennen, dass dieForderung dieses Übermaasses aus einer der Bildungfeindlichen Sphäre her erschallt, und dass die Consequenzendieses Übermaasses auch nur der Unbildung zu gute