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9 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 1 (1903) Aus den Jahren 1869 - 1872
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liehen und den Einsamen stehen aber die Kämpfen-den, das heisst die Hoffnungsr eichen . als deren edelsterund erhabener Ausdruck unser grosser Schiller vor unserenAugen steht, so wie ihn uns Goethe in seinem Epilogzur Glocke schildert:

Nun glühte seine Wange roth und rötherVon jener Jugend, die uns nie entfliegt,

Von jenem Muth, der, früher oder später,

Den Widerstand der stumpfen Welt besiegt,

Von jenem Glauben, der sich stets erhöhterBald kühn hervordrängt, bald geduldig schmiegt,

Damit das Gute wirke, wachse, fromme,

Damit der Tag dem Edlen endlich komme.

Das bisher von mir Gesagte möge von meinengeehrten Zuhörern im Sinne eines Vorwortes aufgenommenwerden, dessen Aufgabe nur sein durfte, den Titel meinerVorträge zu illustriren und ihn gegen mögliche Miss-verständnisse und unberechtigte Anforderungen zu schützen.Um nun sofort, am Eingänge meiner Betrachtungen, vomTitel zur Sache übergehend, den allgemeinen Gedanken-kreis zu umschreiben, von dem aus eine Beurtheilungunserer Bildungsanstalten versucht werden soll, soll, andiesem Eingänge, eine deutlich formulirte These alsWappenschild jeden Hinzukommenden erinnern, in wessenHaus und Gehöft er zu treten im Begriff ist: falls ernicht, nach Betrachtung eines solchen Wappenschildes,es vorzieht einem solchen damit gekennzeichneten Hausund Gehöft den Rücken zu kehren. Meine These lautet:Zwei scheinbar entgegengesetzte, in ihrem Wirkengleich verderbliche und in ihren Resultaten endlich zu-sammenfliessende Strömungen beherrschen in der Gegen-wart unsere ursprünglich auf ganz anderen Fundamentengegründeten Bildungsanstalten: einmal der Trieb nachmöglichster Erweiterung der Bildung, andererseits