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9 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 1 (1903) Aus den Jahren 1869 - 1872
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können. Andrerseits bin ich mir um so mehr bewusst,an welchem Orte ich diese Vorträge zu halten habe, ineiner Stadt nämlich, die in einem unverhältnissmässiggrossartigen Sinne und in einem für grössere Staatengradezu beschämenden Maassstabe die Bildung und Er-ziehung ihrer Bürger zu fördern sucht: so dass ich gewissnicht fehlgreife, wenn ich vermuthe, dass dort, wo mänum so viel mehr für diese Dinge thut, man auch übersie um so viel mehr denkt. Gerade das aber muss meinWunsch, ja meine Voraussetzung sein, mit Zuhörern hierin geistigem Verkehr zu stehen, welche über Erziehungs-und Bildungsfragen ebenso sehr nachgedacht haben, alssie Willens sind, mit der That das als recht Erkanntezu fördern: und nur vor solchen Zuhörern werde ich mich,bei der Grösse der Aufgabe und der Kürze der Zeit ver-ständlich machen können wenn sie nämlich sofort er-rathen, was nur angedeutet werden konnte, ergänzen,was verschwiegen werden musste, wenn sie überhauptnur erinnert zu werden, nicht belehrt zu werden brauchen.

Während ich es also durchaus ablehnen muss, alsunberufener Rathgeber in baslerischen Schul- und Er-ziehungsfragen betrachtet zu werden, denke ich nochweniger daran, von dem ganzen Horizont der jetzigenCulturvölker aus auf eine kommende Zukunft der Bildungund der Bildungsmittel zu prophezeien: in dieser un-geheuren Weite des Gesichtskreises erblindet mein Blick,wie er ebenfalls in einer allzugrossen Nähe unsicher wird.Unter unseren Bildungsanstalten verstehe ich demgemässweder die speciell baslerischen, noch die zahllosen Formender weitesten, alle Völker umspannenden Gegenwart,sondern meine die deutschen Institutionen dieserArt, deren*wir uns ja auch hier zu erfreuen haben. DieZukunft dieser deutschen Institutionen soll uns beschäf-