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überwunden ist: nämlich die allergrösste Symphonie:deren Hauptinstrumente einen Gesang singen, der durcheine Handlung versinnlicht werden kann. Nicht alsSprache, sondern als Musik ist seine Musik ein unge-heurer Fortschritt. Denn wir dürfen nicht vergessen,dass die alte Opernmusik einerseits und anderseits diegelehrte Musik ihre deutlichsten Spuren auch in Bachund Beethoven hinterlassen hat. Ihm schwebt einedeutsche Musik vor, die vom romanischen Jochebefreit ist: diese, wie die verwandte deutsche Kunst, findeter zunächst nur als radicaler Idylliker, als Vollenderdes romanischen Gedankens.
Es ist ungeheuer, was uns der Text und die Hand-lung dem reinen Musikgenusse entgegenführt: man denkean den dritten Act des „Tristan“. Hier ist das infernoaufgeschlossen, das wir nur an der Hand Virgil’s zuschauen aushalten. Das Bild und der Gedanke ist hiernoch mehr: er bricht den völlig verzehrenden Einflussder Musik, er mildert ihn. — Urschmerz. Insofern istWort und Bild Heilmittel gegen die Musik: zuerst nähertWort und Bild uns der Musik, dann schützt es unsgegen sie.
187.
Wagner ist vor allem als Musiker zu beachten: seineTexte sind „Musikdunst“.
188.
Dass der Text noch bestimmend wirkt auf dieMusik, ist nur eine Nachwirkung der Operntendenz: daseigentlich Germanische ist der Parallelismus von Musikund Drama, ja ich wage zu behaupten, dass Musik und