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181.
Die Romantik ist nicht der Gegensatz zu Schillerund Goethe, sondern zu Nicolai und der ganzen Auf-klärung. Schiller und Goethe sind weit über den ganzenGegensatz hinaus.
182.
Goethe als musikalischer Lyriker hat auch die einzigenvöllig dramatischen Scenen geschrieben (zum BeispielSchluss des Faust I, Egmont, Berlichingen). Über diedramatischen Scenen sind wir nicht hinaus. — Schillerhat vielleicht den noch stärkern musikalischen Antrieb,aber seine Sprach- und Bilderwelt ist nicht adäquat: wiees bei Shakespeare der Fall ist. Kleist war auf demschönsten Wege. Doch hat er die Lyrik noch nichtüberwunden.
Die idyllische Tendenz trieb Goethe vom Drama fort,zum Beispiel Iphigenie, Tasso. — Schiller kommt nichteinmal völlig zur Lyrik, geschweige denn darüber hinaus:zum Drama. — Es giebt keinen Vergleich mit Shakespeare:wohl aber mit der französischen Tragödie. Soweit wirnicht beim Volkslied an gelangt sind, stehen wir unterfranzösischem Einfluss. Das Volkslied aber muss, wiebei Goethe, ein frisch entstehendes sein.
Schiller und Goethe als Dichter der Aufklärung, doch( mit deutschem Geiste. So verhält sich Wagner zur grossenOper, wie Schiller zur französischen Tragödie. Der Fun-damentalirrthum bleibt, aber innerhalb desselben wirdalles mit deutschem idealem Radicalismus erfüllt. DerFundamentalirrthum ist aber ein Urtheil der modernenGeschichte, nichts Zufälliges, sondern die Noth Wendigkeit