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9 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 1 (1903) Aus den Jahren 1869 - 1872
Entstehung
Seite
240
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Dieser affectuose Nichtmusiker ist der geträumteUrzuhörer, der die Gesetze dictirt: er will einfache undstarke Empfindungen erregt haben und dem Gedankenentfiiehn (der ihm die moderne Zeit repräsentirt).

An Stelle der Empfindung verlangt er auch oftnur das Reizende oder Aufregende. Hier liegt immerder Weg offen für die üppige Pracht und Sinnlichkeitder Oper: aus Gedankenflucht.

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171.

Das Symbol in der ursprünglichen Periode als dieSprache für das Allgemeine, in der späteren als Er-innerungsmittel an den Begriff.

Die Musik recht eigentlich Sprache des Allgemeinen.In der Oper wurde sie zur Symbolik des Begriffs ge-braucht. Dies setzt voraus einen grossen Reichthum vongebräuchlichen, sofort verständlichen, das heisst begriff-lich verständlichen Formen.

Hier ist die Gefahr da, dass alles auf den Begriffs-inhalt ankommt und die Musikform selbst zu Grundegeht. Insofern ist der Begriff der Tod der Kunst,als er sie zum Symbol herabzieht.

172.

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Der idyllische Urbegriff der Oper: hier wird dieUnmöglichkeit der Kunst in der neueren, vom Mittel-alter erlösten Welt klar. Man benutzt die Symbole derMusik zur Darstellung einer geträumten Urzeit d. h. einerkünstlerischen Zeit. (Die katholische Welt konntenoch eine Kunst erzeugen.) Die Renaissance gebar dieOper.