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9 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 1 (1903) Aus den Jahren 1869 - 1872
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Eine Menschheit, die die Welt nur abstract, nichtin Symbolen sieht, ist kunstunfähig. Wir haben dieIdee an Stelle des Symbols, daher die Tendenz alskünstlerischen Leitstern.

Nun giebt es Menschen, die die Welt als Musik,also symbolisch verstehen. Das musikalische Anschauender Dinge ist eine neue Kunstmöglichkeit.

Also ein Ereigniss nicht auf seine darinliegendenIdeen, sondern auf seine Musiksymbolik hin ansehn:d. h. die dionysische Symbolik wird fortwährend bei irgendeinem Dinge empfunden. Die antike Fabel symbolisirtedas Dionysische (in Bildern). Jetzt symbolisirt das Diony-sische das Bild.

Das Dionysische wurde durch das Bild erklärt.

Jetzt wird das Bild durch das Dionysische erklärt.

Also völlig umgekehrtes Verhältniss.

Wie ist das möglich? Wenn das Bild doch Gleich-niss des Dionysischen sein kann? Die Alten suchtendas Dionysische durch das Gleichniss des Bildes zu fassen.Wir setzen das dionysische Verständniss voraus undsuchen das Bild gleichniss zu fassen. Wir und sie ver-gleichen: ihnen lag an dem Gleichnissartigen des Bildes:uns am Allgemein-Dionysischen.

Ihnen war die Bilderwelt das an sich Klare, uns istes das Dionysische.

164.

Einwirkung der alten Musik auf die Affecte ausser-

o

ordentlich bestimmt. Die antike Musik wird als Willens-sprache verstanden, daher ihr ungelöster' Bund mit derLyrik.

Der Tragiker betrachtet sich als Lehrer zumBesserwerden des Volks. Moralischer Gesichtspunkt.