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Unsere Kunstempfindung ist auch eine moralische,aber die tragische Erkenntniss des Bessergewesenseins:sentimentalisch.
Dass die griechische Welt durch Plastik, die modernedurch Musik charakterisirt werde, ist ganz irrthümlich.Die griechische hat vielmehr die volle Vereinigung desDionysischen und des Apollinischen.
165.
Wenn die Erfinder der Oper glaubten, im Recitativden Usus der Griechen nachzuahmen, so war dies eineidyllische Täuschung. Die griechische Musik darin dieidealste, dass sie auf Wortbetonung, überhaupt auf dassorgfältige Übereinstimmen der kleinsten Willensregungs-spitzen im Worte mit den Arsen gar keine Rücksichtnimmt. Sie kennt überhaupt das musikalische Accentuirennicht: die Wirkung beruht im Zeitrhythmus und derMelodie, nicht im Rhythmus der Stärken. Der Rhyth-mus wurde nur empfunden, er kam nicht durch dieBetonung zum Ausdruck. Vielmehr betonten sie nachdem Gedankengehalt. Höhe und Tiefe der Note,These oder Arse des Taktes hatten mit ihm nichts zuthun. Dagegen war das Gefühl für die Tonleitern unddie Zeitrhythmen auf das feinste entwickelt. Man siehtan der Tanzbegabung dieses Volkes seine ungeheurerhythmische nowiMu: während unsre rhythmischen Ver-hältnisse einen engen Schematismus haben.
166.
Woher entsteht die Theorie von der Nachahmung?Und vom charakteristischen Stil? — Die Musik hatte